Die deutsche Firma CM Technologies (CMT) begrüßt eine wichtige Klarstellung des Schiffsmotorenherstellers Everllence zur korrekten Überwachung, Steuerung und Interpretation des Zylinderzustands großer Zweitakt-Schiffsdieselmotoren.

Das Service-Rundschreiben SL2025-776/NHN, das Ende letzten Jahres an die Motorenbetreiber verteilt wurde, enthält neue Richtlinien für den Eisengehalt und die Basenzahl (BZ) im Spülöl. Zudem werden die Probenahmeverfahren präzisiert, empfohlene Analyseintervalle festgelegt und Korrekturmaßnahmen für normale, anormale und auffällige Verschleißzustände definiert. Die Richtlinien gelten für die Zweitaktmotoren Everllence B&W MC/MC-C und ME/ME-C, die mit allen Kraftstoffarten betrieben werden.

CM Technologies erklärte, die Richtlinien vom November 2025 spiegelten einen grundlegenden Wandel im Betrieb von Zweitaktmotoren wider.

„Geändert hat sich die Art und Weise, wie Motoren betrieben werden“, so David Fuhlbrügger, Geschäftsführer von CMT. „Zweitaktmotoren arbeiten heute deutlich näher an ihren Schmiergrenzen, vor allem aufgrund von Kraftstoffschwankungen und dem Bestreben, den Zylinderölverbrauch zu senken. Die neue Richtlinie erkennt an, dass eine Optimierung durch eine ordnungsgemäße Überwachung, eine fundierte Datenauswertung und klare Korrekturmaßnahmen bei Überschreitung der zulässigen Verschleißgrenzen unterstützt werden muss.“

Ein zentrales Element ist die Notwendigkeit, die Ergebnisse der Ölablassanalyse im Kontext zu interpretieren. Everllence empfiehlt, die gemessenen Eisenwerte auf eine Referenz-Zylinderölzufuhrrate zu korrigieren und zusammen mit dem Schwefelgehalt des Kraftstoffs und dem Rest-BN-Wert zu bewerten. Dies hilft, zwischen korrosiven, abrasiven und adhäsiven Verschleißmechanismen zu unterscheiden, da eine Verdünnung des Systemöls sowohl die Eisen- als auch die BN-Werte künstlich senken und somit irreführende Ergebnisse liefern kann, wenn sie nicht erkannt wird.

„Die wichtigste Erkenntnis ist, dass niedrige Werte allein nicht ausreichen“, sagte Fuhlbrügger. „Werden die Eisenwerte nicht auf die Zufuhrrate korrigiert oder Verdünnungseffekte nicht erkannt, können die tatsächlichen Verschleißraten verschleiert werden, was zu unzureichender Schmierung und beschleunigtem Verschleiß von Kolbenringen und Zylinderlaufbuchsen führen kann, bevor der Zustand erkannt wird.“

Das Service-Schreiben bekräftigt, dass die Analyse des Spülöls an Bord als Ergänzung zu akkreditierten Labortests dient und eine operative Frühwarnfunktion zwischen den planmäßigen Laboranalysen bietet. Everllence gibt diese Analysen in Intervallen von 1500 Betriebsstunden oder drei Monaten vor.

„Ohne regelmäßige Spülölanalysen verlieren die Betreiber einen Frühwarnmechanismus, der laut Everllence unerlässlich ist, um abnormalen Verschleiß zu erkennen, bevor er zu einem potenziell katastrophalen und sehr kostspieligen Problem wird“, fügte Fuhlbrügge hinzu.

Die Lösungen von CM Technologies für das Zylinderablaufölmanagement unterstützen diese Überwachungsebene durch die häufige Messung wichtiger Parameter an Bord, darunter Eisengehalt und Restalkalität. In Kombination mit Laboranalysen helfen diese Tools Besatzungen und technischen Verantwortlichen, sich entwickelnde Trends zu erkennen, die Auswirkungen von Fördermengenanpassungen zu überprüfen und zu entscheiden, wann eine Laboranalyse oder weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Die Everllence-Richtlinien befassen sich auch mit dem Betrieb von Kraftstoffen mit hohem Schwefelgehalt und definieren dafür Testverfahren. Sie unterstreichen, dass die Schmieroptimierung unter korrosiven Bedingungen durch strukturierte Tests und nicht durch angenommene Einstellungen validiert werden muss.

„Ein besseres Verständnis des Gesamteisengehalts im Spülöl trägt zu einem besseren Verständnis der kombinierten Auswirkungen von korrosivem, abrasivem und adhäsivem Verschleiß auf Zylinderlaufbuchsen und Kolbenringe bei. Beim Betrieb von Motoren mit Kraftstoffen mit hohem Schwefelgehalt müssen die Schmiereinstellungen unbedingt validiert und nicht angenommen werden.“

„Die neuen Richtlinien deuten auf einen Paradigmenwechsel in der Methodik der Motoroptimierung hin, hin zu einem kontrollierten, evidenzbasierten Prozess“, so Fuhlbrügge weiter. „Sie bekräftigen die Bedeutung der systematischen Zustandsüberwachung für die Verlängerung der Bauteillebensdauer und die Unterstützung eines verantwortungsvollen Motormanagements, insbesondere dort, wo Betreiber die Schmierung optimieren wollen, ohne die Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen.“

Die vollständigen Everllence-Richtlinien finden Sie unter: https://www.everllence.com/docs/default-source/service-letters/sl2025-776.pdf

Entnahme einer Ölprobe aus dem Zylinderablauföl
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